Donnerstag, 8. Juni 2017

Prag - Kurztrip über Pfingsten

Vergangenes Wochenende haben wir es endlich wieder geschafft zu reisen! Aufgrund unserer neuen Heimatstadt Dresden gibt es nun ganz andere nahe Ausflugsziele als noch im Ruhrgebiet! Und so ging es für uns für 4 Tage nach Prag.

Prag ist eine Stadt, die schon sehr lang auf unserer Urlaubsliste stand, aber bisher ist dann immer etwas dazwischen gekommen. Jetzt, wo wir so nah wohnen und ein Flug nicht mehr nötig war, haben wir es endlich geschafft.

Für die Hin- und Rückreise entschieden wir uns für Fernbusse und so fiel unsere Wahl auf RegioJet und Eurolines. Wir starteten am Freitag am Hauptbahn Dresden und waren nach nur 2 Stunden am Busbahnhof Florenc in Prag. Von der Fahrt selbst habe ich nicht viel mitbekommen, denn nachdem wir losgefahren waren bin ich sofort eingeschlafen und erst in Prag wieder aufgewacht. So eine 2-stündige Busfahrt vergeht also wie im Schlaf ;-)

Am Busbahnhof selbst nutzten wir an einem Bankautomaten dann die Gelegenheit um Tschechische Kronen abzuheben. Dabei können wir nur empfehlen den vom Automaten vorgeschlagenen Wechselkurs abzulehnen und den der eigenen Bank zu nehmen, da dies meist der bessere Wechselkurs ist. Mit den ersten Tschechischen Kronen in der Tasche - die Währung ist wirklich gewöhnungsbedürftig, da 100 CZK ungefähr 4 Euro entsprechen und damit so weit von den bekannten "Preisen" entfernt ist, dass es jedes Mal komisch ist einen 1000er in den Händen zu halten.
Prager Kronen und Bustickets (72 Stunden)
Da wir uns für Prag zum ersten Mal für ein Airbnb entschieden haben, das ein klein wenig außerhalb des Stadtzentrums lag, haben wir uns nach am Busbahnhof ein Ticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr gekauft. Hier konnte man zwischen Tickets für 30 Min, 90 Min, 24 Std und 72 Stunden wählen. Wir entschieden uns für das Ticket für 72 Stunden, was für unsere Reise perfekt war, da wir Freitags nach 18:00 Uhr angekommen sind und Montags um 18:00 Uhr wieder Richtung Dresden gefahren sind. Somit hatte es wirklich ein Vorteil, dass das Ticket für 72 Stunden, und nicht nur 3 Tage ging.

Airbnb Prag
Unser Airbnb lag im Stadtteil Vršovice und war nur 3 Gehminuten von der Straßenbahnhaltestelle Ruská entfernt. Unsere Unterkunft war wirklich richtig schön. Das Zimmer war riesig, hell, ruhig, gemütlich und sauber. Ein Badezimmer lag im Flur, das wir uns noch mit anderen Gästen teilen mussten. Diese haben wir allerdings nie gesehen und so hatten wir das Bad immer für uns alleine.

Nachdem wir also kurz angekommen sind und unsere Sachen ablegen konnten, machten wir uns sofort auf den Weg in die Altstadt. Wir schlenderten durch viele kleine Gassen und Straßen, über die Karlsbrücke und wieder zurück, und genossen einfach die Prager Atmosphäre. Am späten Abend entschieden wir uns noch eine Kleinigkeit zu essen und so landeten wir im Kogo. Ein nettes italienisches Restaurant, mit freundlichen Kellnern und leckerem Essen. Wir können es nur empfehlen. Anschließend ging es dann zurück zur Unterkunft und ab ins Bett, da wir beide doch ziemlich müde waren.

Karlsbrücke Prag
Prager Burg
Karlsbrücke bei Nacht
Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach einer guten Frühstücksmöglichkeit. Am Abend zuvor durchforsteten wir noch das Internet mit guten Tipps für ein leckeres Frühstück in Prag. Das Café Savoy sollte sehr gut sein und so machten wir uns auf den Weg auf die andere Seite der Moldau. Dort angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass wohl nicht nur wir im Internet gesucht hatten und so auch viele andere Touristen im Café Savoy frühstücken wollten und eine Schlange vor dem Café stand. Das war uns zu voll und ungemütlich, also schnell die Handys hervorgeholt und auf der Prager Karte nach Cafés in der näheren Umgebung gesucht. Und so fanden wir das kleine aber feine Bella Vida Café. Es befindet sich in einer Sackgasse direkt an der Moldau und hatte Tische und Stühle unter Bäumen stehen. Das sprach uns sofort an, und so starteten wir dort perfekt in den Tag, der bereits angenehm warm war. Das Frühstück war nicht sonderlich üppig, dafür aber sehr frisch und sehr lecker, sodass wir in keiner Form enttäuscht waren, sondern sogar froh waren, dass das erste Café so überfüllt war.
Bella Vida Café
Ausblick von unserem Sitzplatz auf die Karlsbrücke
Gestärkt zogen wir also weiter und erkundeten an diesem Tag die Prager Burg, welche das größte Burggelände der Welt ist. Wir entschieden uns allerdings dafür die Burg auf eigene Faust zu erkunden und haben dabei darauf verzichtet Tickets zu kaufen. Im Burggarten hat man dann einen wunderschönen Blick über ganz Prag und kann auf einer der vielen Bänke einfach mal die Aussicht genießen. Auf dem Weg zur nächsten Bahnhaltestelle kamen wir noch am Wallenstein Garten vorbei, der wirklich sehr schön war.

Blick auf den Prager Fernsehturm

Weg zur Prager Burg


Über den Dächern Prags


Der Blick über Prag


Anschließend machten wir uns auf den Weg in die Stadtteile Žižkov und Vinohrady um dem Touristentrubel ein wenig zu entfliehen. Dort findet man viele Cafés und Bars und trifft vor allem auch auf Prager und viele Studenten. Uns hat es dort sehr gut gefallen und vor allem tat es gut, über Straßen ohne Meschenmassen zu gehen. Wir gingen noch in den Park Riegrovy sady, wo wir etwas tranken und das freie W-lan zu nutzen um nach einem geeigneten Restaurant für unser Mittag-/Abendessen zu suchen. Nach der kurzen Recherche brachen wir auf zum Prager Fernsehturm. Man sieht ihn aus vielen verschiedenen Punkten der Stadt, aber es gibt etwas, was man erst erkennt, wenn man näher dran steht. Der Fernsehturm ist relativ modern aber wie wir fanden nicht wirklich schön... aber wenn man näher dran steht kann man erkennen, dass der Designer sich dafür entschieden hat Babys den Fernsehturm hochkrabbeln zu lassen. Für uns ein wenig eigenartig, aber in jedem Fall wohl einzigartig. Sich das anzugucken lohnt sich in jedem Fall. Es gibt auch die Möglichkeit auf den Fersehturm hoch zu gehen. Dort hat man wohl ebenfalls eine hervorragende Aussicht über Prag. Darauf verzichteten wir allerding. (Es gibt dort oben wohl auch ein Restaurant, aber wie wir gehört haben, ist das nichts was sich lohnt.) Dann ging es auf zum Restaurant Dish. Ein Burgerladen, der wirklich sehr lecker war. Auch hier auf jeden Fall weiterzuempfehlen.
Fernsehturm Prag
Babys auf dem Prager Fernsehturm

Dish
Vom ruhigeren Viertel ging es nun wieder auf die andere Seite der Moldau und wir nutzten die Bahn um hoch auf den Berg Richtung Petrin zu fahren. Dort gibt es glaube ich auch einen Aussichtspunkt, den wir allerdings irgendwie verpasst hatten. Stattdessen saßen wir im Rosengarten und machten uns nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg bergab - diesmal aber zu Fuß!

Da uns die Füße inzwischen ein wenig wehtaten entschieden wir uns zurück zum Airbnb zu fahren und dort eine kleine Pause einzulegen und kurz zu entspannen. Abends ging es für uns dann erneut in die Altstadt, wo wir durch kleine Gassen schlenderten und uns den Pulverturm und das Rathaus mit der Sagenumwogenen Uhr anschauten. Anschließend tranken wir noch etwas in einem nicht zu empfehlenden Restaurant namens Il Gusto. Die Kellner waren vergesslich, hektisch und auch die Pizzen sahen nicht wirklich ansprechend aus. Aber wie dem auch sei. Für uns endete damit der Tag und wir fielen ziemlich müde ins Bett nach einem Tag mit über 30°C und mehr als 30.000 Schritten.

Der nächste Morgen startete mit Regen. Was sich am Abend zuvor mit dicken, dunklen Wolken bereits ankündigte. Aber für uns gar nicht schlecht, da wir beide unter den Pollen, die durch die Luft flogen gelitten haben und auch die heißen Temperaturen damit verschwunden sind. Nach dem eher kleinen Frückstück am Vortag entschieden wir uns an diesem Tag für ein ausgedehntes Frühstücksbuffet im Sophie's. Das Sophie's ist ein Hostel und war für uns mit der Bahn sehr gut zu erreichen. Dort kann man zwischen dem Frühstücksbuffet für 150 CZK und dem Buffet mit warmen Speisen für 200 CZK wählen. Wir entschieden uns für letztere und konnten so auch noch Pancakes, Rührei, Omletts und Würstchen und Ofengemüse verspeisen. Für einen regnerischen Tag war das gemütliche Frühstücksbuffet genau das richtige und wir ließen uns ausgiebig Zeit. Auch hier ist das Frühstücksbuffet sher zu empfehlen.
Sophie's Hostel
Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zur John Lennon Wall und suchten die kleinste Gasse Prags, wo es sogar eine Ampel gibt, damit man sich auf der Treppe nicht in die Quere kommt. Es war nett, aber nicht so spektaktulär wie erwartet.
Die schmalste Gasse Prags

Da wir im Hostel einen Flyer für eine Free Walking Tour für 14:00 Uhr gesehen hatten ging es dann für uns Richtung Innenstadt, wo wir ein wenig zu früh waren und so einen Ausflug in den Spielwarenladen Hamleys machten. Geht dort auf jeden Fall mal rein. Man fühlt sich wie in einem amerikanischen Film und der Laden lässt Kinderherzen sicherlich höher schlagen. Püntlich um 14:00 Uhr startete dann unsere 3-stündige Free Walking Tour mit unserem Guide Aris. Die Tour führte uns durch die Altstadt, Neustadt und das jüdische Viertel und wir waren begeistert. Aris war wirklich sehr nett und hatte unglaublich viel wissen. Wir würden es jeder Zeit wieder machen und auch das Konzept einer Free Wlking Tour, wo man einfach so viel zahlt, was einem die Tour wert war, gefällt uns sehr gut. Das werden wir in Zukunft häufiger machen. Wir lernten während der Tour noch eine Schweizerin und einen Franzosen kennen, mit denen wir im Anschluss gemeinsam Pizza essen gingen bei La Picola Perla - sehr zu empfehlen - und danach zog es uns über die Karlsbrücke zurück in die Altstadt in eine Jazzbar. 
Ein großer Lego Bär im Hamley's
Der nächste Morgen war leider auch schon unser letzter Tag. Denn um 18:00 Uhr ging unser Bus zurück nach Dresden. Wir starteten mit einem leckeren Frühstück im Styl&Interier. Eine Ruheoase mitten in der Prager Innenstadt. Das hätten wir wirklich nicht erwartet, aber es war so gemütlich, ruhig und grün. Hier kann man sich wirklich wohlfühlen. Das Frühstück war auch sehr lecker und sehr zu empfehlen. Von dort aus fuhren wir mit der Bahn Richtung Vyšehrad, wo wir auf den alten Burgwall gestiegen sind und einen schönen Ausblick genießen konnten. 

Styl&Interier

Styl&Interier
Styl&Interier - Pancakes
Styl&Interier - Eingang
Zuletzt ging es für uns dann zum Metronom, wo früher eine Stalin-Statue stand, und zum Biergarten, der dort in der Nähe war, wo wir uns ausruhten und einen erneuten Blick über die Stadt genossen. Anschließend gingen wir noch beim Thailänder Lemon & Leaf essen - sehr lecker!


Prag


Insgesamt ist Prag eine wunderschöne Stadt, die eine Reise wirklich wert ist! Es gibt dort so viel zu entdecken, dass wir uns nicht sicher sind, ob wir wirklich alles Sehenswerte entdeckt haben.
Prag bei Nacht
Trdelník - Sehr lecker!